Basel. Draussen Regen, drinnen Rhythmus: In einem Tanzraum der HWS, Schule für Gesundheit und Bewegung, füllen treibende Beats den Raum. Über 15 Teilnehmende üben im heutigen Tanzworkshop Schrittfolgen, stoppen, beginnen von vorn, lachen, klatschen ein. Es ist einer dieser Samstage, an denen Lernen nicht im Sitzen stattfindet, sondern in Bewegung.
Vielfalt als Konzept
Die Masterclass-Workshops gehören zum regelmässigen Angebot der HWS. Sie richten sich an angehende und ausgebildete Bewegungspädagog/-innen sowie an Fachpersonen mit vergleichbarem Hintergrund. Das Konzept: kurze, intensive Einblicke in unterschiedliche Bewegungs- und Trainingsmethoden – vermittelt nach dem Prinzip «Train the Trainer».
Organisiert werden die Workshops von Valerie Regenass, die selbst an der HWS unterrichtet. Für sie liegt der Reiz des Formats in der Vielfalt: unterschiedliche Methoden, unterschiedliche Hintergründe – und die Möglichkeit, voneinander zu lernen.
«Alles ist Bewegung, alles ist Körperwahrnehmung – und doch gibt es so viele verschiedene Bewegungsstile und Richtungen. Wir bieten deshalb die unterschiedlichsten Masterclasses an. Es ist unglaublich spannend, die Vielfalt der Techniken zu erleben, ihre Eigenheiten und Gemeinsamkeiten zu entdecken und das eigene Bewegungsspektrum immer weiter wachsen zu lassen», sagt Valerie Regenass, die selbst mit wippenden Locken durch den Raum tanzt.
Lernen in der Praxis
An diesem Tag steht House Dance auf dem Programm, ein Tanzstil aus den Clubs Chicagos der 1980er-Jahre. Geleitet wird der Workshop von Arvin Pineda, selbst Absolvent der HWS und heute als Tänzer, Choreograf sowie Tanz- und Sportlehrer in einer Berufsfachschule tätig.
Gekonnt und routiniert führt er die Gruppe angehender Bewegungspädagog/-innen schrittweise durch Technik, Tanz und Theorie; er wechselt spannende Inhalte und einen kurzen Film mit ausgiebigen Tanzeinheiten. Gegen Ende motiviert Arvin Pineda dazu, sich einfach zu bewegen und zu zeigen, was man gelernt hat. Plötzlich tanzen alle in «Dance Circles» zu lauter House-Musik – und sind begeistert von den neuen Moves und dem Konzept hinter dem erfolgreichen Tag.
Eine Teilnehmerin ist Vivienne David. Sie hat ihre Ausbildung vor wenigen Monaten abgeschlossen und arbeitet inzwischen in einer Reha-Einrichtung, wo sie Patient/-innen im Wiederaufbau von Kraft, Ausdauer und Alltagskompetenzen begleitet. Die enge Verbindung von Theorie und Praxis im Studium habe sie gut auf diese Aufgabe vorbereitet, sagt sie. Die Workshops seien für sie eine grossartige Möglichkeit, neue Perspektiven zu gewinnen und fachlich dranzubleiben.
Bewegungspädagogik: Mehr als nur Tanz
An solchen Tagen steht vor allem die Freude an der Bewegung im Vordergrund. Wie breit das Berufsfeld tatsächlich ist, zeigt sich allerdings im Lehrplan und in den Wegen, welche die Absolvent/-innen nach der Weiterbildung einschlagen. Die Bewegungspädagogik ist mittlerweile ein Abschluss der Höheren Fachschule (HF) und qualifiziert Fachpersonen dazu, Bewegung, Körperwahrnehmung und Lernprozesse professionell zu vermitteln – vor allem mit pädagogischem, gesundheitsförderndem, präventivem oder rehabilitierendem Fokus.
Die Masterclasses greifen diese Vielfalt gezielt auf. In den vergangenen Monaten standen unter anderem Luftakrobatik, Aikido, BodyART und die Feldenkrais-Methode auf dem Programm.
Auch der ganztägige BODYART-Workshop unter der Leitung von Robert Steinbacher, Begründer des Trainingskonzepts, ist vielen noch besonderer Erinnerung. BODYART zählt zu den international bekanntesten ganzheitlichen Trainingsmethoden und verbindet Elemente aus der Traditionellen Chinesischen Medizin mit funktionellem Training, Atemarbeit und Embodiment. Die Teilnehmenden arbeiteten an Körperwahrnehmung, Bewegungsqualität und innerer Balance. Das Feedback spricht für sich – von «faszinierendem Fachwissen» bis hin zum vielgenannten Wunsch nach weiterführenden Formaten.
In den kommenden Monaten bleibt das Angebot breit: von Pole Dance über die Klein Technique™ bis hin zu Yoga, Mediation und Kampfkunst. Am Ende dieses verregneten Samstags sind die Teilnehmenden erschöpft, aber zufrieden. Vieles ist neu, manches herausfordernd – und genau darin liegt für alle der Wert. Lernen, so zeigt sich hier, beginnt oft dort, wo man den eigenen Bewegungsradius erweitert.
Konnten wir dein Interesse wecken? Alle Infos zu Weiterbildung Bewegungspädagogik findest du unter folgendem Link:
Die Möglichkeit zur Anmeldung erfolgt über unseren Info-Workshop und Aufnahmeverfahren «Bewegte Zukunft». Melde dich gerne an.
Falls du über eine ähnliche Ausbildung oder Erfahrung verfügst und Lust auf unsere Workshops hast, kannst du dich über diesen Link für die Masterclasses anmelden.


